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Allgemein:
Autismus
Beim Autismus handelt es sich um eine komplexe und tiefgreifende Störung der kindlichen Entwicklung.
Autistische Kindern sieht man im allgemeinen ihre Behinderung auf den ersten Blick nicht an. Sie fallen eher durch ihr merkwürdiges Verhalten auf.
Sie können für sich nicht alleine angemessen spielen und verharren manchmal stundenlang und scheinbar zufrieden bei immer den gleichen, stereotypen Handlungen.
Oft sind sie zwanghaft auf einen Gegenstand oder auf eine bestimmte Tätigkeit fixiert. Falls sie sprechen und mit anderen Menschen Kontakt aufnehmen, geschieht dies auf ungewöhnliche Art, z.B. durch Beriechen, Belecken, unangemessene Berührung, ständiges Wiederholen derselben Fragen oder Themen. Jede Unterbrechung oder Veränderung ihrer Gewohnheiten ruft starke Panik hervor, auf die sie mit Rückzug, Schreien sowie Aggressionen gegen sich selbst oder andere reagieren können.
Autistischen Kinder verhalten sich sonderbar und oft widersprüchlich gegenüber Sinneswahrnehmungen: Sie reagieren nicht auf Ansprache oder Aufforderungen, so daß man den Verdacht hat, sie seien schwerhörig. Andererseits haben sie aber panische Angst vor dem Geräusch eines Staubsaugers oder anderer Haushaltsgeräte. Manche autistische Kinder zeigen keine Reaktion auf schmerzhafte Verletzungen, wehen sich aber verzweifelt gegen das Pflaster, das die Blutung stillen soll. Wieder andere Kinder bringen ihre Eltern und Bezugspersonen zur Verzweiflung, weil sie sich gegen neue Kleider, neue Nahrungsmittel, Duschen, Haarewaschen oder Nägelschneiden mit lautem Geschrei und heftigen Kämpfen zur Wehr setzen. Häufig sind sie ständig in Bewegung und finden auch nachts keine Ruhe. Überall dort, wo es laut ist und so viele Menschen beisammen sind, können autistische Kinder durch unangemessenes Verhalten auffallen. Dann werden z.B. Einkaufen oder Besuche auf Spielplätzen für die Eltern zum Spießrutenlaufen: Weil die Kinder häufig normal aussehen und manchmal besonders hübsch sind, werden sie von Außenstehenden als "unerzogen" erlebt, und die Mütter wird die Schuld am Verhalten ihres derart auffälligen Kindes zugeschrieben.
Schuldzuweisungen und Schuldgefühle enden nicht selten in Isolation und Einsamkeit der Familie. Schon im Säuglingsalter können sich erste Anzeichen eines Frühkindlichen Autismus erkennbar machen: Manche autistische Kinder sind auffallend ruhig und mit sich selbst zufrieden und schlafen sehr viel. Andere Schreien oft und wehren sich, wenn man sie auf den Arm nehmen und mit ihnen schmusen möchte. Sie machen sich steif und lassen den Körperkontakt schlaff und teilnahmslos über sich ergehen. Wenn man mit ihnen Blickkontakt aufnehmen will, wenden sie sich ab. Verursacht durch dieses Verhaltender Säuglinge entstehen erste Verunsicherungen der Eltern.
Auch außerhalb der Familie haben und bereiten autistische Kinder und Jugendliche große Probleme. Im Kindergarten, in der Schule, in Heimen, in den Werkstätten oder am Arbeitsplatz sind sie mit ihren spezifischen Schwierigkeiten immer Außenseiter. Überall, wo sie sich in ein Gruppengefüge mit sozialen Regeln einordnen müssen oder wo bestimmte Leistungen von ihnen verlangt werden, können sie auffällig werden. Deshalb ist es sehr schwer, die tatsächlichen Fähigkeiten von autistischen Menschen richtig einzuschätzen. Die Suche nach einer geeigneten Schule wird oft zu einem großen Problem.
Wissenschaftliche Untersuchungen zufolge ist die Intellektuelle Begabung autistischer Kinder sehr unterschiedlich: sie reicht von geistiger Behinderung bis hin zu normaler Intelligenz. Manche Kinder zeigen erstaunliche Teilleistungen im Rechnen, in technischen Disziplinen, in der Musik und auf anderen Gebieten, in denen das soziale Verständnis keine Rolle spielt.